Ganzheitliche Gesundheit
durch Naturheilkunde
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Doch egal, wie die Vorgeschichte aussieht: Nach einer längeren Partnerschaft ist es schwierig, plötzlich alleine zu sein. Da fehlen die täglichen Gespräche – auch wenn sie sich oft nur um Nichtigkeiten gedreht haben. Da fehlt die Schulter zum Anlehnen, da fehlen kleine Zärtlichkeiten wie der Abschiedskuss, wenn ein Partner das Haus verlässt, und da fehlt natürlich auch die Sexualität. Sinnvoll ist es jetzt, zuerst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen. Die wichtigsten Fragen sind: Was vermisse ich jetzt am meisten? Was fühle ich wirklich? Am besten setzt man sich mit einem Blatt Papier und viel Zeit an den Tisch und schreibt alles auf, was einem gerade durch den Kopf geht. Es werden dabei auch viele negative Gedanken sein. „Jetzt bin ich alt und alleine, ich finde nie wieder einen Partner“. Oft scheint es, als wäre das Leben vorbei. Viele Frauen sind deshalb regelrecht verzweifelt. Aber es ist sehr wichtig, sich diese Gefühle ehrlich einzugestehen und nicht zu versuchen, sie in den hintersten Winkel des Kopfes zu verbannen.
Das gilt auch für die Wut, die man empfindet. Wut auf den Partner, der einen im Stich gelassen hat (diese Wut empfinden viele Frauen selbst dann, wenn sie die Trennung veranlasst haben). Und die Wut auf sich selbst, weil man es einfach nicht geschafft hat, eine gute Beziehung zu führen. Auf den Zettel dürfen alle Gefühle, auch wenn sie noch so widersprüchlich sind und selbst dann, wenn sie schwarz auf weiss betrachtet kindisch wirken.
Hat man dann den Ist-Zustand auf Papier fixiert, kommt der zweite Schritt. Jetzt lautet die Frage: Was wünsche ich mir für den vor mir liegenden Lebensabschnitt? Auch hier ist das oberste Gebot Ehrlichkeit. Will ich bald einen neuen Partner? Oder freut sich ein Teil von mir sogar darauf, endlich ganz unabhängig sein? Viele Frauen kennen den Zwiespalt. Sie können sich einerseits nicht vorstellen, alleine zu leben. Aber andererseits ist da auch der Wunsch, endlich mal nur das zu tun, was man selbst will.
Diese Bestandsaufnahme ist immer ein Prozess und meist nicht an einem Tag abgeschlossen. Aber es bringt Klärung in das Gefühlschaos, wenn man alles aufschreibt. Die stille Beschäftigung mit den eigenen Gefühlen ist allerdings nur ein Teil der Bewältigung einer Trennung. Mindestens genau so wichtig ist es, darüber zu sprechen. Erste Anlaufstelle ist natürlich die beste Freundin. Bei ihr kann man sich ausheulen, über den Ex schimpfen, sich rührselig an die schönen Zeiten erinnern, ihm nachtrauern – alles gleichzeitig oder im Wechsel. Das tut gut und ist richtig. Doch sitzt man gefühlsmässig richtig im Keller, kann die beste Freundin nur begrenzt helfen. Oft ist es dann sinnvoll, sich professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu holen. Hier kann man sich in einem geschützten Rahmen aussprechen, seine Verletzungen aufarbeiten, herausfinden, wie man sein weiteres Leben gestalten will. Ist man dabei, in eine Depression abzurutschen, kann eine Therapeutin Medikamente verschreiben. Das kann ein natürlicher Stimmungsaufheller wie Johanniskraut (Hypericum perforatum) sein oder ein chemisches Antidepressivum.
Ist der erste Trennungsschmerz überwunden, wird es Zeit, sich wieder dem Leben zuzuwenden. Sich zu Hause zu verkriechen, mag ein paar Tage nötig sein. Doch dann muss damit Schluss sein. Auch wenn es zuerst schwer fällt: Nun ist es wichtig, sich mit anderen Menschen zu treffen, etwas zu unternehmen. Ein Kinobesuch, ein Besuch im Theater, ein Essen mit Kollegen – alles, was ablenkt, tut gut. Am besten wählt man eine Freizeitbeschäftigung, die einen nicht an den Ex erinnert. Sehr zu empfehlen ist es ausserdem, ganz neue Kontakte zu knüpfen. Das klappt sehr gut in einem Verein. Vielleicht gibt es eine Sportart, die man früher gerne ausgeübt hat und mit der man wieder starten kann. Bewegung hat den zusätzlichen Effekt, dass sie trübe Gedanken verscheucht. Doch es gibt noch zahllose andere Möglichkeiten, Menschen näher kennenzulernen. Man kann mit Kollegen eine Kochrunde gründen, zu der diese dann Bekannte mitbringen. Man kann einen Spieleabend organisieren oder sich informieren, ob es in der eigenen Gemeinde vielleicht bereits einen Skat-, Schach- oder Bridgetreff existiert, dem man sich anschliessen kann. In vielen Städten gibt es auch offene Stammtische, bei denen sich Menschen mit einem gemeinsamen Interessengebiet regelmässig treffen. Bei solchen Gelegenheiten kann man auch das Flirten wieder üben – nach langen Partnerschaften ist man in dieser Hinsicht ja oft etwas „eingerostet“.
Gerade in den Wechseljahren, wenn der Körper plötzlich ein „Eigenleben“ führt mit Hitzewallungen, Nervosität und Schlafstörungen, ist es sehr zu empfehlen, sich selbst regelmässig zu verwöhnen. Das kann ein duftendes Bad im heimischen Badezimmer sein, welches man mit Kerzen und schöner Musik zur Wellnessoase umfunktioniert. Auch eine Massage streichelt Körper und Seele. Damit ist nicht das Durchkneten beim Physiotherapeuten gemeint. Von Hot-Stone über eine Massage mit Aromaölen bis hin zu ayurvedischen Anwendungen – bei dem großen Angebot, das es heute gibt, findet bestimmt jede das richtige Wohlfühlprogramm für sich.
Auch, wenn es zuerst auch unmöglich klingt: Das Single-Leben hat Vorteile, man muss sie nur wahrnehmen. Endlich darf man im Schlabber-Look durch die Wohnung laufen, ohne dass jemand schräg schaut. Endlich kann man sein Bett alleine nutzen, ohne dass nebenan jemand schnarcht. Endlich darf man seine Freizeit gestalten, wie man will und muss keine Rücksicht nehmen. Jede Frau kann diese Liste bestimmt noch um einige ganz individuelle Punkte verlängern.
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