Eine der bekanntesten Episoden aus Alfred Vogels Reiseleben verbindet ihn mit Ben Black Elk, den er 1953 im Pine-Ridge-Reservat in South Dakota kennenlernte. Im Mittelpunkt ihrer Begegnung standen das Leben der Oglala Lakota, überlieferte Bräuche und die Nutzung von Pflanzen.
Die Begegnung in South Dakota
Alfred Vogel reiste in den frühen 1950er-Jahren durch Nordamerika, weil er sich für traditionelle Lebensweisen und das Wissen verschiedener Kulturen über Pflanzen interessierte. Im Pine-Ridge-Reservat kam er 1953 mit Ben Black Elk ins Gespräch. Nach der überlieferten A.Vogel-Geschichte tauschten sich beide intensiv über das Leben im Reservat, den Verlust traditioneller Bräuche und die Pflanzenheilkunde aus.
Für Vogel wurde diese Begegnung besonders wichtig, weil dabei die Echinacea purpurea – der Rote Sonnenhut – eine zentrale Rolle spielte.
Ein Geschenk aus Echinacea-Samen
Ben Black Elk vermittelte Alfred Vogel Wissen über die traditionelle Verwendung der Echinacea und schenkte ihm Samen der Pflanze. Die Oglala Lakota kannten den Roten Sonnenhut bereits seit Generationen und nutzten ihn in unterschiedlichen Zusammenhängen als Heilpflanze.
Für Alfred Vogel war nicht nur die Pflanze selbst bedeutsam. Er verstand die Weitergabe der Samen auch als besonderen Vertrauensbeweis. Auf späteren Reisen erlebte er immer wieder, dass Wissen über Heilpflanzen innerhalb von Gemeinschaften sorgfältig bewahrt und nicht selbstverständlich an Außenstehende weitergegeben wurde.
Von South Dakota in die Schweiz
Vogel brachte die Samen in die Schweiz und begann, Echinacea in Teufen sowie im Engadin anzubauen. Die klimatischen Bedingungen unterschieden sich deutlich von der Herkunftsregion der Pflanze. Entsprechend brauchte es Zeit, Erfahrung und sorgfältige Pflege, bis sich die Kulturen an die neuen Bedingungen angepasst hatten.
Alfred Vogel berichtete später, dass es viele Jahre Geduld brauchte, bis sich die Echinacea im Engadin vollständig an den Klimaunterschied angepasst hatte.
Diese lange Aufbauarbeit zeigt einen Grundgedanken, der später für den Heilpflanzenanbau von A.Vogel prägend wurde: Eine Pflanze lässt sich nicht unabhängig von Boden, Klima, Saatgut, Pflege und Ernte betrachten.
Warum Echinacea für A.Vogel so wichtig wurde
Der Rote Sonnenhut entwickelte sich zu einer der Pflanzen, mit denen A.Vogel besonders eng verbunden ist. Die Pflanze wurde weiter kultiviert und rückte in den Mittelpunkt der Arbeit mit Frischpflanzen. Für die Herstellung entsprechender Pflanzenextrakte ist dabei die möglichst rasche Verarbeitung nach der Ernte ein wichtiger Bestandteil des A.Vogel-Frischpflanzen-Prinzips.
Die Geschichte der Echinacea steht deshalb bei A.Vogel für mehr als eine einzelne Heilpflanze. Sie verbindet Alfred Vogels Reisen, seinen Austausch mit anderen Kulturen, die Bedeutung hochwertigen Saatguts und die langfristige Entwicklung eigener Heilpflanzenkulturen.
Eine Geschichte über Wissen und Verantwortung
Aus heutiger Sicht ist die Begegnung auch eine Erinnerung daran, traditionelles Wissen mit Respekt zu behandeln. Pflanzenwissen entsteht über Generationen, ist an Menschen und Kulturen gebunden und sollte nicht losgelöst von diesem Zusammenhang betrachtet werden.
Für die Geschichte von A.Vogel markiert das Geschenk der Echinacea-Samen einen wichtigen Wendepunkt. Aus einer persönlichen Begegnung entwickelte sich eine Pflanze, die bis heute eng mit der Marke und ihrem Verständnis von Phytotherapie verbunden ist.
