Ganzheitliche Gesundheit
durch Naturheilkunde
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Eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die benigne Prostatahyperplasie (BPH), kann neben Beschwerden beim Wasserlassen auch die Sexualität beeinträchtigen. Viele Männer sprechen aus Scham nur spät über Harndrang, einen schwachen Harnstrahl, Erektionsprobleme oder Veränderungen beim Samenerguss.
Die Prostata liegt unterhalb der Blase und umschließt den Beginn der Harnröhre. Mit zunehmendem Alter kann das Drüsen- und Bindegewebe wachsen. Dadurch wird die Harnröhre eingeengt und die Blase muss stärker arbeiten, um sich zu entleeren.
Typische Beschwerden sind häufiges und nächtliches Wasserlassen, verzögerter Beginn, schwacher Harnstrahl, Nachtröpfeln und das Gefühl von Restharn. Eine BPH ist nicht mit Prostatakrebs gleichzusetzen, dennoch müssen neue Beschwerden urologisch abgeklärt werden.
Männer mit ausgeprägten Beschwerden des unteren Harntrakts berichten häufiger über Erektionsstörungen, vermindertes sexuelles Verlangen, einen schwächeren Samenerguss oder Schmerzen bei der Ejakulation. Alter, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Medikamente und psychische Belastung können gleichzeitig eine Rolle spielen.
Die genauen Zusammenhänge sind komplex. Diskutiert werden Entzündungsprozesse, Veränderungen der Beckenboden- und Blasenmuskulatur, hormonelle Faktoren und eine eingeschränkte Durchblutung. Auch die Sorge vor Inkontinenz oder Potenzverlust kann Stress erzeugen und Beschwerden verstärken.
Probleme beim Wasserlassen und in der Sexualität werden oft als unvermeidliche Alterserscheinung hingenommen. Eine frühe Untersuchung ist jedoch sinnvoll, weil sich viele Ursachen behandeln lassen und Komplikationen wie Restharn, wiederkehrende Infektionen oder Harnverhalt verhindert werden können.
Zur Abklärung gehören ein ärztliches Gespräch, körperliche Untersuchung, Urinuntersuchung und je nach Befund Ultraschall, Restharnmessung, Harnflussmessung und PSA-Bestimmung. Auch Medikamente und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren sollten überprüft werden.
Bei milden Beschwerden kann zunächst eine kontrollierte Beobachtung mit regelmäßigen Untersuchungen ausreichen. Je nach Schweregrad kommen pflanzliche Präparate, synthetische Medikamente oder operative Verfahren infrage. Die Auswahl richtet sich nach Beschwerden, Prostatagröße, Restharn, Begleiterkrankungen und persönlichen Prioritäten.
Standardisierte Extrakte aus den Früchten der Sägepalme werden traditionell bei Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt. Studien zu Wirksamkeit und Einfluss auf die Sexualfunktion zeigen je nach Präparat unterschiedliche Ergebnisse. Deshalb sind Zusammensetzung, Dosierung und zugelassene Anwendung des konkreten Arzneimittels entscheidend.
Pflanzliche Präparate sollten nicht ohne Diagnose eingenommen werden. Sie ersetzen keine Kontrolle des Krankheitsverlaufs und keine notwendige Behandlung bei Komplikationen.
Auch Extrakte aus Brennnesselwurzel, Kürbissamen, Roggenpollen oder Afrikanischem Pflaumenbaum werden traditionell bei BPH-Beschwerden verwendet. Die wissenschaftliche Datenlage und zugelassenen Anwendungsgebiete unterscheiden sich.
Gezieltes Beckenbodentraining kann die Kontrolle über Blase und Beckenboden verbessern. Es wird besonders nach Prostataoperationen eingesetzt und kann auch die sexuelle Funktion unterstützen. Eine physiotherapeutische Anleitung ist hilfreich, da starkes Anspannen von Bauch und Gesäß den Beckenboden nicht ersetzt.
Wichtig: Plötzlicher Harnverhalt, Blut im Urin, Fieber, starke Schmerzen oder eine rasche Verschlechterung benötigen sofortige medizinische Hilfe.