Ganzheitliche Gesundheit
durch Naturheilkunde
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Heilpflanzen werden in der Frauenheilkunde bei Zyklusbeschwerden, Unruhe, Schlafproblemen und einzelnen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Ihre Wirkung, Dosierung und Sicherheit unterscheiden sich jedoch deutlich. Pflanzlich bedeutet nicht automatisch harmlos – besonders bei starken Blutungen, Schwangerschaft, hormonabhängigen Erkrankungen oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme ist fachliche Beratung wichtig.
Standardisierte Mönchspfeffer-Extrakte werden vor allem beim prämenstruellen Syndrom und bei zyklusabhängigen Brustschmerzen verwendet. Die Pflanze beeinflusst vermutlich die Prolaktinregulation. Sie ist kein gynäkologisches „Allheilmittel“ und erhöht die Fruchtbarkeit nicht zuverlässig.
Während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei hormonabhängigen Erkrankungen oder einer Behandlung mit Dopamin-wirksamen Medikamenten sollte Mönchspfeffer nur nach Rücksprache angewendet werden.

Extrakte aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze können bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen eingesetzt werden. Ihr Wirkmechanismus ist nicht mit einer direkten Östrogenzufuhr gleichzusetzen. Für eine verlässliche Dosierung sollten standardisierte Fertigarzneimittel verwendet werden; selbst zubereiteter Tee ist dafür ungeeignet.
Bei ungeklärten Blutungen, Lebererkrankungen oder einer früheren hormonabhängigen Krebserkrankung ist vor der Anwendung ärztlicher Rat notwendig. Gelbfärbung der Haut, dunkler Urin oder starke Oberbauchbeschwerden erfordern ein sofortiges Absetzen und medizinische Abklärung.

Salbeiblätter werden traditionell bei übermäßigem Schwitzen verwendet. Tee und standardisierte Extrakte können bei einzelnen Frauen Schweißausbrüche lindern. Konzentriertes ätherisches Salbeiöl darf nicht eigenständig eingenommen werden, da es unter anderem Thujon enthält.
Für Schwangerschaft, Stillzeit, Epilepsie und länger dauernde hoch dosierte Anwendungen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Passionsblume, Baldrian und Hopfen werden traditionell bei nervöser Unruhe und Einschlafproblemen eingesetzt. Die Wirkung ist eher mild und tritt nicht bei jeder Person gleich ein. Kombinationen können müde machen und die Wirkung von Beruhigungs- oder Schlafmitteln verstärken. Nach der Einnahme ist die persönliche Fahrtüchtigkeit zu beachten.


Standardisierte Johanniskraut-Arzneimittel können bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden wirksam sein. Tee ist nicht mit geprüften Arzneimitteln vergleichbar. Johanniskraut beschleunigt den Abbau zahlreicher Medikamente und kann unter anderem die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel, Blutverdünner, Immunsuppressiva und weiterer Arzneimittel vermindern. Es darf nicht unkontrolliert mit Antidepressiva kombiniert werden.

Schafgarbe wird traditionell bei leichten krampfartigen Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Bei Allergien gegen Korbblütler ist Vorsicht geboten. Weidenrinde enthält Salicylate und kann bei Schmerzen eingesetzt werden, ist aber bei Salicylatallergie, bestimmten Gerinnungsstörungen, Magen-Darm-Geschwüren und in Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne fachlichen Rat geeignet.


Wolfstrapp kann den Schilddrüsenstoffwechsel beeinflussen. Er ist nicht zur Selbstbehandlung einer Überfunktion geeignet und darf eine medizinisch notwendige Schilddrüsentherapie nicht ersetzen. Bei Schilddrüsenbeschwerden müssen TSH und weitere Werte ärztlich geprüft werden.

Weiße Taubnessel wird traditionell bei leichten Beschwerden im Mund-Rachen-Raum, an der Haut und im Genitalbereich verwendet; für viele historische gynäkologische Anwendungen fehlen belastbare Nachweise. Eichenrinde wirkt durch Gerbstoffe zusammenziehend und wird äußerlich kurzfristig bei leichten Hautentzündungen eingesetzt. Bei Veränderungen von Vulva oder Scheide, ungewöhnlichem Ausfluss oder Blutungen ist eine gynäkologische Diagnose wichtiger als eine Selbstbehandlung mit Sitzbädern.

Autorin: Ingrid Zehnder, nach einer Idee von Karin Müller.