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Wechseljahre

Schilddrüsenprobleme in den Wechseljahren

Schilddrüsenerkrankungen erkennen, untersuchen und sicher behandeln

Mit zunehmendem Alter treten Schilddrüsenerkrankungen häufiger auf. Viele Symptome einer Unter- oder Überfunktion ähneln Wechseljahresbeschwerden. Deshalb sollten anhaltende oder ungewöhnliche Veränderungen nicht automatisch auf die hormonelle Umstellung zurückgeführt werden.

Ähnliche Beschwerden

Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Haarausfall, Verstopfung und depressive Stimmung können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Schwitzen, Herzrasen, Gewichtsverlust, Zittern, Schlafstörungen und innere Unruhe kommen bei einer Überfunktion vor.

Dass Schilddrüsenerkrankungen in dieser Lebensphase häufiger diagnostiziert werden, liegt vor allem am steigenden Lebensalter und an der erhöhten Aufmerksamkeit für ähnliche Symptome. Eine direkte pauschale Verursachung durch den sinkenden Östrogenspiegel ist nicht belegt.

Diagnose

Der erste Laborwert ist meist TSH. Bei auffälligem Ergebnis oder starkem Verdacht werden freies T4, gegebenenfalls freies T3 und Antikörper bestimmt. Eine Ultraschalluntersuchung ist bei Knoten, Vergrößerung oder unklarem Befund sinnvoll.

Unterfunktion behandeln

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird bei entsprechender Diagnose mit Levothyroxin behandelt. Die Dosis richtet sich nach Alter, Gewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Beschwerden und Laborwerten. Bei älteren oder herzkranken Personen wird häufig vorsichtig begonnen.

Überfunktion behandeln

Je nach Ursache kommen schilddrüsenhemmende Medikamente, Radiojodtherapie oder eine Operation infrage. Eine unbehandelte Überfunktion erhöht unter anderem das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Knochenverlust.

Jod und Selen

Jod ist für die Hormonbildung notwendig. Bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen kann eine hohe Jodzufuhr problematisch sein. Algenprodukte enthalten stark schwankende Mengen und sollten nicht unkontrolliert verwendet werden.

Selen ist am Schilddrüsenstoffwechsel beteiligt, eine hoch dosierte Einnahme ohne nachgewiesenen Bedarf kann jedoch schaden. Paranüsse liefern sehr unterschiedliche Mengen.

Keine Ersatztherapien

Akupunktur, Homöopathie, Darmsanierungen und nicht standardisierte Heilkräuter behandeln eine Unter- oder Überfunktion nicht zuverlässig. Ashwagandha und andere Pflanzen können Schilddrüsenwerte und Medikamente beeinflussen und sind nicht zur eigenständigen Behandlung geeignet.

Bewegung und Ernährung

Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und Rauchstopp unterstützen die allgemeine Gesundheit. Sie ersetzen keine notwendige medikamentöse Therapie.

Wichtig: Starkes Herzrasen, Brustschmerzen, ausgeprägte Schwäche, Verwirrtheit oder eine rasche Verschlechterung benötigen rasche medizinische Hilfe.

Schilddrüsenprobleme in den Wechseljahren

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