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Wechseljahre

Wechseljahre oder Schilddrüsenproblem?

Ähnliche Symptome unterscheiden und Schilddrüsenwerte gezielt prüfen

Müdigkeit, Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen, Herzklopfen, Haarausfall und Stimmungsschwankungen können sowohl in den Wechseljahren als auch bei einer Schilddrüsenerkrankung auftreten. Beschwerden allein reichen deshalb nicht für eine sichere Zuordnung.

Aufgaben der Schilddrüse

Die Schilddrüse bildet vor allem Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone beeinflussen Energieverbrauch, Herz, Verdauung, Muskeln, Nervensystem und Körpertemperatur. Das Steuerhormon TSH wird in der Hirnanhangdrüse gebildet.

Typische Zeichen einer Unterfunktion

  • Müdigkeit und Antriebsmangel
  • Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfung
  • trockene Haut und Haarausfall
  • Gewichtszunahme
  • langsamer Puls
  • depressive Stimmung

Typische Zeichen einer Überfunktion

  • Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit
  • Zittern und innere Unruhe
  • Gewichtsverlust trotz Appetit
  • häufiger Stuhlgang
  • Muskelschwäche und Schlafstörungen

Überschneidung mit Wechseljahresbeschwerden

Hitzewallungen, unregelmäßige Blutungen und vaginale Trockenheit sprechen eher für die hormonelle Umstellung. Das schließt eine gleichzeitige Schilddrüsenerkrankung nicht aus.

Diagnose

Eine Blutuntersuchung mit TSH und bei Bedarf freiem T4, freiem T3 und Antikörpern schafft Klarheit. Ultraschall und weitere Untersuchungen richten sich nach Befund. Die Behandlung erfolgt entsprechend der konkreten Erkrankung.

Jod und Selen

Jod ist für die Hormonproduktion notwendig. In Österreich tragen jodiertes Speisesalz, Milchprodukte, Eier und Fisch zur Versorgung bei. Algen können extrem hohe und stark schwankende Jodmengen enthalten und sind nicht automatisch eine sichere Quelle.

Selen ist am Schilddrüsenstoffwechsel beteiligt. Eine hoch dosierte Einnahme ohne nachgewiesenen Bedarf kann schaden. Paranüsse enthalten sehr unterschiedliche Mengen.

Autoimmunerkrankungen

Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow entstehen durch Autoimmunprozesse. Genetik, Rauchen und weitere Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Stressvermeidung oder Vitaminpräparate können diese Erkrankungen nicht zuverlässig verhindern.

Wichtig: Neues Herzrasen, starke Gewichtsveränderung, Halsverdickung, ausgeprägte Schwäche oder Augenveränderungen sollten medizinisch untersucht werden.

Wechseljahre oder Schilddrüsenproblem?

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