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Verdauung

Reizdarm: Darm im Dauerstress

Diagnose und individuelle Behandlung bei Bauchschmerzen, Blähungen und verändertem Stuhl

Das Reizdarmsyndrom verursacht wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten. Manche Betroffene leiden überwiegend an Durchfall, andere an Verstopfung oder an einem Wechsel beider Beschwerden. Die Erkrankung ist real und kann die Lebensqualität stark einschränken.

Diagnose

Ein Reizdarm wird diagnostiziert, wenn typische Beschwerden über längere Zeit bestehen und keine andere Erkrankung sie ausreichend erklärt. Abhängig von Alter und Symptomen können Blut- und Stuhltests, Ultraschall, Tests auf Zöliakie oder Unverträglichkeiten und eine Darmspiegelung notwendig sein.

Veränderte Darm-Hirn-Kommunikation

Beim Reizdarm reagieren Nerven in Darm und Gehirn besonders empfindlich auf Dehnung, Gase und Verdauungsbewegungen. Auch Darmmikrobiom, Schleimhautbarriere, frühere Infektionen, Antibiotika und psychische Belastungen können eine Rolle spielen.

Stress verursacht die Erkrankung nicht allein, kann Symptome aber deutlich verstärken.

Individuelle Unterformen

  • Reizdarm mit überwiegender Verstopfung
  • Reizdarm mit überwiegendem Durchfall
  • Mischtyp
  • nicht eindeutig zuordenbare Form

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Unterform und den belastendsten Symptomen.

Flohsamenschalen

Lösliche Ballaststoffe aus Flohsamenschalen können sowohl bei Verstopfung als auch zur Regulation weichen Stuhls helfen. Sie werden langsam eingeschlichen und mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Weizenkleie verstärkt bei manchen Menschen die Blähungen.

Pfefferminzöl und weitere Pflanzen

Magensaftresistente Pfefferminzölkapseln können kurzfristig Bauchschmerzen und Blähungen lindern. Kümmel, Fenchel, Anis und Kamille werden traditionell bei krampfartigen Beschwerden eingesetzt. Gegenanzeigen und Wechselwirkungen sind zu beachten.

Probiotika

Einige klar definierte Bakterienstämme können einzelne Reizdarmsymptome verbessern. Die Wirkung lässt sich nicht auf alle Probiotika übertragen. Ein Präparat sollte über einen begrenzten Zeitraum getestet und bei ausbleibender Wirkung wieder abgesetzt werden.

FODMAP-arme Ernährung

Eine zeitlich begrenzte FODMAP-arme Ernährung kann Beschwerden verringern. Sie besteht aus einer Reduktionsphase und einer systematischen Wiedereinführung. Eine dauerhafte strenge Einschränkung kann Nährstoffversorgung und Darmmikrobiom ungünstig beeinflussen und sollte deshalb fachlich begleitet werden.

Ernährungs-Symptom-Tagebuch

Notieren Sie Mahlzeiten, Beschwerden, Stuhlform, Bewegung, Schlaf und Stress über mehrere Wochen. So lassen sich individuelle Zusammenhänge erkennen, ohne unnötig viele Lebensmittel zu meiden.

Bewegung, Entspannung und Psychotherapie

Regelmäßige Bewegung, Entspannungsverfahren, darmbezogene Hypnose und psychotherapeutische Verfahren können die Darm-Hirn-Kommunikation und den Umgang mit Beschwerden verbessern.

Warnzeichen

Blut im Stuhl, nächtlicher Durchfall, Fieber, Gewichtsverlust, Blutarmut, familiäre Darmkrebserkrankungen oder ein Beginn im höheren Alter sprechen gegen eine reine Selbstdiagnose.

Wichtig: Wiederkehrende Bauchbeschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Ein Reizdarm ist behandelbar, benötigt aber eine individuell abgestimmte Kombination aus Ernährung, Bewegung, Pflanzenmitteln und gegebenenfalls Medikamenten oder Psychotherapie.

Reizdarm: Darm im Dauerstress

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