Ganzheitliche Gesundheit
durch Naturheilkunde
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Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, bezeichnen die hormonelle Übergangsphase vor und nach der letzten Regelblutung. Sie sind keine Krankheit. Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme oder vaginale Trockenheit können dennoch so belastend sein, dass eine Behandlung sinnvoll ist.
Die Menopause ist ein einzelner Zeitpunkt, der rückblickend feststeht: Zwölf Monate ohne Regelblutung, sofern keine andere Ursache vorliegt. Die Wechseljahre umfassen dagegen mehrere Jahre rund um diesen Zeitpunkt.
Der Beginn ist individuell. Häufig zeigen sich erste Zyklusveränderungen in den Vierzigern. Die natürliche Menopause tritt bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren ein. Vor dem 40. Lebensjahr spricht man von einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz, zwischen 40 und 45 Jahren von einer frühen Menopause.
Genetik, Rauchen, bestimmte Erkrankungen, Chemotherapie und Operationen an den Eierstöcken können den Zeitpunkt beeinflussen. Gewicht oder psychische Belastungen erlauben keine genaue Vorhersage.
Die Perimenopause beginnt mit ersten anhaltenden Zyklusveränderungen und reicht bis zwölf Monate nach der letzten Regelblutung. Eisprünge werden unregelmäßiger, Progesteron und Östradiol schwanken deutlich.
Die Menopause ist die letzte spontane Regelblutung. Sie wird erst ein Jahr später sicher festgestellt.
Die Postmenopause beginnt nach diesen zwölf Monaten. Hitzewallungen können noch länger bestehen. Veränderungen an Knochen, Herz-Kreislauf-System und Schleimhäuten werden mit zunehmendem Alter wichtiger.
Der Begriff Prämenopause wird unterschiedlich verwendet und kann zu Missverständnissen führen. Für die medizinische Einordnung sind Zyklusveränderungen und der Zeitraum rund um die letzte Blutung hilfreicher.
Die Zahl funktionsfähiger Follikel in den Eierstöcken nimmt ab. Eisprünge werden seltener und die Hormonspiegel schwanken. Diese Veränderungen beeinflussen Temperaturregulation, Schlaf, Schleimhäute, Knochen und weitere Körperfunktionen.
Nicht jede Frau hat Beschwerden, und nicht jedes Symptom in diesem Alter wird durch die Wechseljahre verursacht.
Schwankende Östrogenspiegel verändern die Temperaturregulation im Gehirn. Eine Wallung beginnt häufig in Brust oder Hals, steigt ins Gesicht auf und dauert meist wenige Minuten. Herzklopfen, Schwitzen und anschließendes Frösteln können hinzukommen.
Unregelmäßige Blutungen sind in der Perimenopause häufig. Sehr starke Blutungen, Blutungen zwischen den Perioden, nach dem Geschlechtsverkehr oder jede Blutung nach zwölf Monaten ohne Regel müssen gynäkologisch untersucht werden.
Bei Frauen über 45 mit typischen Beschwerden und Zyklusveränderungen ist meist kein Hormontest notwendig. FSH und Östradiol schwanken stark. Untersuchungen sind sinnvoll bei Beschwerden vor dem 45. Lebensjahr, nach einer Hysterektomie, bei atypischem Verlauf oder zum Ausschluss anderer Ursachen wie Schilddrüsenerkrankung, Schwangerschaft oder Blutarmut.
Solange Eisprünge noch möglich sind, kann eine Schwangerschaft eintreten. Verhütung bleibt deshalb bis zum empfohlenen Zeitraum nach der letzten Regelblutung notwendig. Eine Hormontherapie zur Behandlung von Beschwerden ist keine Verhütung.
Eine starre Trinkmenge von zwei Litern, der komplette Verzicht auf Kaffee oder scharfes Essen und pauschale Phytoöstrogenempfehlungen sind nicht für jede Frau notwendig.
Salbei wird traditionell bei starkem Schwitzen eingesetzt. Traubensilberkerze kann bei einzelnen Frauen Hitzewallungen lindern. Johanniskraut, Baldrian und weitere Pflanzen haben spezifische Anwendungen, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Die Beratung sollte sich auf das konkrete Präparat beziehen.
Die menopausale Hormontherapie ist die wirksamste Behandlung starker Hitzewallungen. Form, Dosis und Dauer werden individuell gewählt und regelmäßig überprüft. Frauen mit Gebärmutter benötigen bei systemischem Östrogen einen Schutz der Gebärmutterschleimhaut.
Je nach Beschwerde stehen nicht hormonelle verschreibungspflichtige Medikamente, kognitive Verhaltenstherapie, Schlafbehandlung, Physiotherapie und weitere gezielte Maßnahmen zur Verfügung.
Feuchtigkeitsgele und Gleitmittel können leichte Beschwerden lindern. Niedrig dosiertes vaginales Östrogen ist bei ausgeprägter Trockenheit, Brennen oder Schmerzen sehr wirksam und wirkt überwiegend lokal.
Nach der Menopause nimmt der Knochenabbau zu. Krafttraining, belastende Bewegung, Kalzium, Vitamin D und eine Behandlung bei hohem Frakturrisiko sind wichtig. Herz-Kreislauf-Risiken werden vor allem durch Blutdruck, Blutfette, Diabetes, Rauchen, Bewegung und Körpergewicht beeinflusst.
Eine individuelle Behandlung berücksichtigt Beschwerden, Lebenssituation, Vorerkrankungen und persönliche Wünsche.