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Wechseljahre

Was sind Wechseljahre?

Phasen, Beschwerden, Diagnose und Behandlung der hormonellen Übergangszeit
Was sind Wechseljahre?
Katharina Küllmer 10. April 2024

Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, bezeichnen die hormonelle Übergangsphase vor und nach der letzten Regelblutung. Sie sind keine Krankheit. Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme oder vaginale Trockenheit können dennoch so belastend sein, dass eine Behandlung sinnvoll ist.

Menopause und Wechseljahre sind nicht dasselbe

Die Menopause ist ein einzelner Zeitpunkt, der rückblickend feststeht: Zwölf Monate ohne Regelblutung, sofern keine andere Ursache vorliegt. Die Wechseljahre umfassen dagegen mehrere Jahre rund um diesen Zeitpunkt.

Wann beginnen die Wechseljahre?

Der Beginn ist individuell. Häufig zeigen sich erste Zyklusveränderungen in den Vierzigern. Die natürliche Menopause tritt bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren ein. Vor dem 40. Lebensjahr spricht man von einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz, zwischen 40 und 45 Jahren von einer frühen Menopause.

Genetik, Rauchen, bestimmte Erkrankungen, Chemotherapie und Operationen an den Eierstöcken können den Zeitpunkt beeinflussen. Gewicht oder psychische Belastungen erlauben keine genaue Vorhersage.

Die Phasen

Perimenopause

Die Perimenopause beginnt mit ersten anhaltenden Zyklusveränderungen und reicht bis zwölf Monate nach der letzten Regelblutung. Eisprünge werden unregelmäßiger, Progesteron und Östradiol schwanken deutlich.

Menopause

Die Menopause ist die letzte spontane Regelblutung. Sie wird erst ein Jahr später sicher festgestellt.

Postmenopause

Die Postmenopause beginnt nach diesen zwölf Monaten. Hitzewallungen können noch länger bestehen. Veränderungen an Knochen, Herz-Kreislauf-System und Schleimhäuten werden mit zunehmendem Alter wichtiger.

Der Begriff Prämenopause wird unterschiedlich verwendet und kann zu Missverständnissen führen. Für die medizinische Einordnung sind Zyklusveränderungen und der Zeitraum rund um die letzte Blutung hilfreicher.

Warum entstehen Beschwerden?

Die Zahl funktionsfähiger Follikel in den Eierstöcken nimmt ab. Eisprünge werden seltener und die Hormonspiegel schwanken. Diese Veränderungen beeinflussen Temperaturregulation, Schlaf, Schleimhäute, Knochen und weitere Körperfunktionen.

Typische Beschwerden

  • unregelmäßige, stärkere oder schwächere Blutungen
  • Hitzewallungen und Nachtschweiß
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Angst
  • Konzentrationsprobleme und Brain Fog
  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Kopfschmerzen oder veränderte Migräne
  • vaginale Trockenheit, Brennen und Schmerzen beim Sex
  • häufigerer Harndrang oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Veränderungen von Haut, Haaren, Gewicht und Fettverteilung

Nicht jede Frau hat Beschwerden, und nicht jedes Symptom in diesem Alter wird durch die Wechseljahre verursacht.

Hitzewallungen

Schwankende Östrogenspiegel verändern die Temperaturregulation im Gehirn. Eine Wallung beginnt häufig in Brust oder Hals, steigt ins Gesicht auf und dauert meist wenige Minuten. Herzklopfen, Schwitzen und anschließendes Frösteln können hinzukommen.

Blutungen richtig einordnen

Unregelmäßige Blutungen sind in der Perimenopause häufig. Sehr starke Blutungen, Blutungen zwischen den Perioden, nach dem Geschlechtsverkehr oder jede Blutung nach zwölf Monaten ohne Regel müssen gynäkologisch untersucht werden.

Wie werden Wechseljahre diagnostiziert?

Bei Frauen über 45 mit typischen Beschwerden und Zyklusveränderungen ist meist kein Hormontest notwendig. FSH und Östradiol schwanken stark. Untersuchungen sind sinnvoll bei Beschwerden vor dem 45. Lebensjahr, nach einer Hysterektomie, bei atypischem Verlauf oder zum Ausschluss anderer Ursachen wie Schilddrüsenerkrankung, Schwangerschaft oder Blutarmut.

Fruchtbarkeit und Verhütung

Solange Eisprünge noch möglich sind, kann eine Schwangerschaft eintreten. Verhütung bleibt deshalb bis zum empfohlenen Zeitraum nach der letzten Regelblutung notwendig. Eine Hormontherapie zur Behandlung von Beschwerden ist keine Verhütung.

Was hilft im Alltag?

  • regelmäßig bewegen und Krafttraining einplanen
  • Schlafzimmer kühl halten und leichte Kleidungsschichten nutzen
  • persönliche Auslöser von Hitzewallungen beobachten
  • ausgewogen und eiweißbewusst essen
  • Kalzium- und Vitamin-D-Versorgung prüfen
  • nicht rauchen und Alkohol begrenzen
  • Feuchtigkeitsgele oder Gleitmittel bei vaginaler Trockenheit nutzen

Eine starre Trinkmenge von zwei Litern, der komplette Verzicht auf Kaffee oder scharfes Essen und pauschale Phytoöstrogenempfehlungen sind nicht für jede Frau notwendig.

Pflanzliche Möglichkeiten

Salbei wird traditionell bei starkem Schwitzen eingesetzt. Traubensilberkerze kann bei einzelnen Frauen Hitzewallungen lindern. Johanniskraut, Baldrian und weitere Pflanzen haben spezifische Anwendungen, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Die Beratung sollte sich auf das konkrete Präparat beziehen.

Hormontherapie

Die menopausale Hormontherapie ist die wirksamste Behandlung starker Hitzewallungen. Form, Dosis und Dauer werden individuell gewählt und regelmäßig überprüft. Frauen mit Gebärmutter benötigen bei systemischem Östrogen einen Schutz der Gebärmutterschleimhaut.

Nicht hormonelle Behandlung

Je nach Beschwerde stehen nicht hormonelle verschreibungspflichtige Medikamente, kognitive Verhaltenstherapie, Schlafbehandlung, Physiotherapie und weitere gezielte Maßnahmen zur Verfügung.

Vaginale Trockenheit

Feuchtigkeitsgele und Gleitmittel können leichte Beschwerden lindern. Niedrig dosiertes vaginales Östrogen ist bei ausgeprägter Trockenheit, Brennen oder Schmerzen sehr wirksam und wirkt überwiegend lokal.

Knochen und Herz

Nach der Menopause nimmt der Knochenabbau zu. Krafttraining, belastende Bewegung, Kalzium, Vitamin D und eine Behandlung bei hohem Frakturrisiko sind wichtig. Herz-Kreislauf-Risiken werden vor allem durch Blutdruck, Blutfette, Diabetes, Rauchen, Bewegung und Körpergewicht beeinflusst.

Wann ärztliche Hilfe nötig ist

  • jede Blutung nach der Menopause
  • sehr starke oder anhaltende Blutungen
  • Beschwerden vor dem 40. Lebensjahr
  • Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht oder anhaltendes Herzrasen
  • schwere Depression, Angst oder Suizidgedanken
  • ungeklärter Gewichtsverlust, Fieber oder starke Schmerzen

Eine individuelle Behandlung berücksichtigt Beschwerden, Lebenssituation, Vorerkrankungen und persönliche Wünsche.

Was sind Wechseljahre?

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