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Verdauung

Verdauung anregen mit Molke

Molke, Milchsäure und fermentierte Molkenprodukte sachlich erklärt

Molke entsteht bei der Käseherstellung. Früher wurden Molkenkuren in zahlreichen Kurorten angeboten. Die historischen Versprechen reichten von Atemwegsbeschwerden bis zur allgemeinen Kräftigung. Heute steht vor allem ihre Verwendung als Lebensmittel und die Rolle fermentierter Molkenprodukte im Mittelpunkt.

Die Molkenkur

Im 19. Jahrhundert erlebten die Schweiz, Deutschland und Österreich einen Molkenboom. Frische Molke wurde direkt aus Käsereien verwendet. Viele damalige Heilversprechen sind wissenschaftlich nicht bestätigt.

Molke als Lebensmittel

Molke besteht überwiegend aus Wasser und enthält Milchzucker, Mineralstoffe und geringe Mengen Molkenprotein. Süßmolke entsteht bei der Käseherstellung mit Lab, Sauermolke bei der Säuregerinnung.

Frische Molke ist leicht verderblich. Handelsprodukte werden deshalb pasteurisiert, konzentriert, getrocknet oder fermentiert. Fruchtige Molkegetränke können viel Zucker enthalten und sind nicht mit einem reinen fermentierten Molkenkonzentrat gleichzusetzen.

Fermentierte Molke

Bei der Fermentation wandeln Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers in Milchsäure um. L(+)-Milchsäure ist eine Form, die auch im menschlichen Stoffwechsel vorkommt. Fermentierte Lebensmittel können Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Aussagen, wonach Molke die Darmflora grundsätzlich „aufbaut“ oder Erkrankungen behandelt, sind zu pauschal. Die Wirkung hängt von Produkt, Zusammensetzung, Ernährung und individuellem Gesundheitszustand ab.

Kalzium und Verdauungsenzyme

Kalzium trägt zur normalen Funktion von Verdauungsenzymen bei. Wie viel Kalzium ein Molkenprodukt liefert, ist auf der Nährwertkennzeichnung ersichtlich.

Aronia und Granatapfel

Aronia und Granatapfel enthalten Polyphenole. Sie können Geschmack und Pflanzenstoffgehalt eines Produkts ergänzen. Frühe Labor- und kleinere klinische Studien erlauben jedoch keine pauschalen Aussagen, dass die Früchte Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes behandeln oder verhindern.

Verträglichkeit

Molke enthält normalerweise Laktose. Menschen mit Laktoseintoleranz können je nach Menge Beschwerden bekommen. Bei Milcheiweißallergie sind Molkenprodukte nicht geeignet. Auch zugesetzte Fruchtsäfte oder Süßungsmittel können die Verträglichkeit beeinflussen.

Anwendung im Alltag

Fermentiertes Molkenkonzentrat wird nach Packungsangabe mit Wasser verdünnt. Es kann als Getränk oder zum Würzen verwendet werden. Es ersetzt keine ausgewogene Ernährung und keine medizinische Behandlung von Verdauungsbeschwerden.

Wichtig: Anhaltender Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, starke Schmerzen oder wiederkehrende Beschwerden müssen ärztlich abgeklärt werden.

Verdauung anregen mit Molke

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