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Verdauung

Verstopfung (Obstipation)

Ursachen, Quellstoffe, Abführmittel und sichere Selbsthilfe

Verstopfung ist häufig und kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Die normale Stuhlhäufigkeit reicht von dreimal täglich bis dreimal pro Woche. Entscheidend sind zusätzlich harter Stuhl, starkes Pressen, Schmerzen und das Gefühl unvollständiger Entleerung.

Häufige Ursachen

  • zu wenig oder schlecht verträgliche Ballaststoffe
  • zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Bewegungsmangel und veränderte Tagesabläufe
  • Schwangerschaft oder hormonelle Veränderungen
  • Medikamente wie Opioide, Eisenpräparate oder bestimmte Antidepressiva
  • Reizdarm, neurologische oder Stoffwechselerkrankungen
  • Störungen des Beckenbodens oder der Darmentleerung

Was im Alltag hilft

Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchten können die Stuhlmenge erhöhen. Bei schwerer Verstopfung oder ausgeprägten Blähungen sind mehr Ballaststoffe jedoch nicht automatisch besser. Die Menge sollte langsam und nach Verträglichkeit gesteigert werden.

  • Regelmäßig trinken, ohne über den individuellen Bedarf hinaus große Mengen zu erzwingen.
  • Den Toilettenreiz nicht unterdrücken.
  • Nach Mahlzeiten Zeit für einen Toilettengang einplanen.
  • Eine Fußstütze kann die Haltung beim Stuhlgang verbessern.
  • Regelmäßige Bewegung unterstützt besonders bei älteren oder wenig aktiven Menschen die Darmfunktion.

Flohsamen und Leinsamen

Flohsamenschalen und Leinsamen binden Wasser, vergrößern das Stuhlvolumen und machen den Stuhl weicher. Sie werden langsam eingeschlichen und immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Bei Schluckstörungen oder Verdacht auf einen Darmverschluss sind Quellmittel ungeeignet.

Abführmittel

Abführmittel sind nicht grundsätzlich schädlich oder abhängig machend. Osmotische Mittel wie Macrogol werden auch längerfristig eingesetzt, wenn Ernährung und Quellstoffe nicht ausreichen. Stimulierende Mittel wie Bisacodyl, Natriumpicosulfat oder Senna können ebenfalls wirksam sein, sollten aber korrekt dosiert und bei längerem Bedarf fachlich begleitet werden.

Die frühere pauschale Empfehlung, jedes Abführmittel höchstens ein bis zwei Wochen zu verwenden, entspricht nicht für alle Wirkstoffe dem heutigen Wissensstand.

Bauch- und Kolonmassage

Eine sanfte Massage im Uhrzeigersinn kann bei manchen Menschen Beschwerden lindern. Spezielle Kolonmassagen sollten zunächst fachlich angeleitet werden und sind nicht bei akuten Schmerzen oder ungeklärten Beschwerden geeignet.

Traditionelle Hausmittel

Eingeweichte Trockenpflaumen, warmes Wasser am Morgen und regelmäßige Mahlzeiten können helfen. Historische Mischungen mit Sennesblättern sollten nicht selbst hergestellt werden, da die Dosierung ungenau ist und Gegenanzeigen übersehen werden können.

Wichtig: Neu auftretende starke Verstopfung, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber, Erbrechen, ein harter aufgeblähter Bauch oder fehlender Windabgang müssen rasch medizinisch abgeklärt werden.

Verstopfung (Obstipation)